Warme Zusammenarbeit


Baueinsätze in Schutschinsk und Karaganda im Sommer 2019
Vor einigen Jahren konnte die Gemeinde Schutschinsk das ehemalige Betriebsgelände eines landwirtschaftlichen Betriebes erwerben. Mit der Gemeinde Katarkol beschlossen sie, das Gelände mit dem draufstehenden Betriebsgebäude für Kinderfreizeiten umzufunktionieren. Entsprechend den Gegebenheiten wurde alles angepasst und renoviert, um die Durchführung der Kinderfreizeiten zu ermöglichen. Das Gebäude hatte drei Räume, die jetzt als Küche, Speisesaal und Versammlungsraum („Skinija“) genutzt werden sollten. Es wurde auch ein Nebengebäude als Schlafgebäude für die Kinder gebaut. Für die Küchenmitarbeiter wurden provisorische Trennwände im Speisesaal und in der Skinija gezogen, hinter denen die Mitarbeiter schlafen können. Ein Sprichwort besagt: „Nichts hält solange wie das Provisorium“, so dienten die provisorischen Wände schon über Jahre hinweg als Abtrennung für Schlafräume. Dieser Zustand führte dazu, dass man mehrmals die Tische decken musste, darüber hinaus war es in der Skinija auch sehr eng.


Die Brüder vor Ort wünschten und suchten eine Lösung, um mehr Platz für die Durchführung der Gottesdienste, und auch für einen größeren Speisesaal zu gewinnen. Zudem war das Dach des ehemaligen Betriebsgebäudes undicht, sodass es dringend saniert werden musste. Mit diesem Anliegen wandten sich die Brüder aus der Gemeinde Schutschinsk an unsere Gemeinde (MBG Frankenthal). Wir hatten für sie einige Vorschläge erarbeitet. Nach wenigen gemeinsamen Besprechungen hatte man sich dazu geeinigt, das vorhandene Dach abzureißen und ein Dachgeschoss mit 1,2m Kniestock aufzusetzen. Dieses erforderte eine Stabilisierung der vorhandenen Wände, das heißt, ein Ringanker auf den Wänden sollte betoniert werden. Als nächstes musste eine Treppe errichtet und oberhalb des Ringankers eine Decke eingezogen werden. Erst dann konnte man mit dem Aufbau des Obergeschosses beginnen.

Das Obergeschoss wurde als Holzkonstruktion mit zwei Schleppgauben geplant. Das Dach musste eingedeckt und das ganze Obergeschoss verkleidet werden. Da das Dachgeschoss aus einer Holzkonstruktion bestand, und das vorhandene Nebengebäude (Schlafgebäude) auch aus Holz gebaut war, wurde beschlossen, eine Brandschutzmauer dazwischen zu errichten. Zum Schluss musste der komplette Innenausbau gemacht werden. Zudem sollten in dem Raum, wo früher die Skinija war, Trennwände eingezogen werden, um drei Schlafräume für Mitarbeiter herzustellen.


Diese Arbeit wurde mit drei Gruppen geplant, die je zwei Wochen arbeiten sollten. Die erste Gruppe sollte das Dach abreißen, den Ringanker betonieren, die Treppe schalen und betonieren und die Betonfertigdecke verlegen.

Die Aufgabe der zweiten Gruppe war, die Holzkonstruktion des Obergeschosses aufzubauen, das Dach mit Profilblech einzudecken und die Brandschutzmauer (11m lang und 6,5m hoch) zu mauern.

Für die dritte Gruppe war der Innenausbau vorgesehen: Wände dämmen und mit OSB-Platten verkleiden, Fußboden mit OSB-Platten und Linoleum verlegen. Die Außenfassade mit Profilblech verkleiden und Fenster und Türen einbauen.


Es wurden auch die Gemeinden Bielefeld-Bracke und Fulda-Aschenberg um Mitarbeit angesprochen, die diesen Dienst bereitwillig angenommen und kräftig mitgearbeitet haben. Die gemeinsame Arbeit war eine Bereicherung für alle drei Gruppen, aber auch für die Gemeinde vor Ort. Wir haben viele Wunder Gottes erlebt. So kamen z.B. an manchen Tagen Geschwister aus Schutschinsk zum Kinderlagergelände, wo wir arbeiteten, und sagten uns, dass es in Schutschinsk in Strömen regnet, wir aber konnten bei Sonnenschein arbeiten. Es war natürlich nicht alle Tage schönes Wetter mit Sonnenschein, es gab aber keinen Tag wo wir wetterbedingt die Arbeit einstellen mussten. In den ersten zwei Wochen hatten wir sehr wechselhaftes Wetter mit Sonnenschein, Regen, Hagel und Schnee und Temperaturen von -10°C bis 27°C. Die zwei anderen Gruppen hatten es ähnlich erlebt, außer dass es nicht mehr so kalt war.
Nach der Abreise der drei Gruppen war noch viel Arbeit für die Geschwister vor Ort geblieben. Wie z.B. die Renovierung der Räumlichkeiten im vorhandenen Gebäude und vieles mehr. Diese Arbeiten haben die Geschwister vor Ort in der Woche darauf erledigt.

Die neue Skinija

Parallel mit der ersten Gruppe in Schutschinsk ist eine weitere Gruppe nach Karaganda geflogen, um dort im Kinderlager zu arbeiten. Es wurde ein Schlafgebäude repariert und das Gelände um den Speisesaal und die Küche wurde gepflastert. Auch hier erlebten wir eine warme Zusammenarbeit. Hier waren auch drei Brüder von der Gemeinde Lemgo und zwei Schwestern von der Gemeinde Neuwied-Gladbach dabei.
Jakob Dyck, Frankenthal

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