Auch kleine Gruppen haben “Hunger”

Unterwegs im Altaigebiet vom 20. Mai 2019 – 03. Juni 2019
Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Einöde mit Brot sättigen?
Markus 8,4

Am 20. Mai 2019 flog eine Gruppe von 16 Personen für zwei Wochen nach Russland, um kleinere Gruppen Gläubiger im Altaigebiet durch Lieder, Predigten und geistliche Musik zu ermutigen. Bis auf zwei Schwestern aus Paderborn waren die Teilnehmer aus der Gemeinde Harsewinkel. Wir hatten auch einige neue Bücher mitgenommen, um auch auf diese Weise einen bleibenden Segen zurückzulassen. In allen Gemeinden wurden sie mit Freuden angenommen.


In Gorno-Altaisk wurden wir herzlich von Bruder Jewgeni Olkov empfangen. Dort durften wir ein Alten- und Behindertenheim besuchen. Im Speisesaal, der auch für Veranstaltungen genutzt wird, versammelten sich Alte, Kranke und Menschen mit verschiedenen Behinderungen, unter denen auch einige Kinder waren. Wir sangen einige Lieder und trugen einige kurze Denkanstöße und Gedichte vor. Es folgte eine kurze Predigt. Besonders die älteren Betreuer waren froh und man sah, dass sie dem Wort Gottes nicht gleichgültig gegenüber waren.


Am Mittwochnachmittag wurden die Bewohner der Stadt zum Teetrinken in das Bethaus von Gorno-Altaisk eingeladen. Es kamen Menschen mit verschiedenem Hintergrund zusammen. Zwei Männer waren zum ersten Mal dabei. Einer von ihnen, Andrej, wollte die Gemeinschaft ziemlich schnell wieder verlassen, da er dachte, zu schlecht für diese Runde zu sein. Er wurde ins Gespräch eingebunden, und als die Geschichte vom verlorenen Sohn erzählt wurde, bemerkte er, dass das auch sein Schicksal sei. Zwei Selbstmordversuche hatte er schon hinter sich. Er war durch ganz Russland gereist, fand aber keinen Frieden für seine Seele. Nachdem wir einige Lieder gesungen hatten, sahen wir, dass es ihm zu Herzen ging. Er hielt es nicht länger aus, stand auf, um den Raum zu verlassen und sagte: „Ich muss hier weg. Beim ersten Lied hat es mir schon fast die Kehle zugeschnürt. Ich wollte gestern einen Menschen umbringen.“ Wir spürten, dass Gott ihn zur rechten Zeit die frohe Botschaft hören ließ. Unser Gebet ist, dass er nicht das letzte Mal unter das Wort Gottes gekommen ist, und das Gehörte ihm zur Rettung dient.


In Priobskoje wurde eine kurze Versammlung auf einem Sportplatz durchgeführt, weil einige Einwohner nicht in den Versammlungsraum im Haus des leitenden Bruders, Andrej Feer, kommen wollten. Nach einem leckeren Mittagessen wurde die Versammlung für die wenigen Gemeindemitglieder und einige Besucher im Versammlungsraum fortgesetzt. Es ist eine kleine Gruppe, die hauptsächlich aus Alten Schwestern besteht.


Einen besonderen Segen erlebten wir am Sonntag in Krasnoschjokowo. Mitten im Gottesdienst bekehrte sich ein junger Mann namens Daniil. Wie froh waren wir, und besonders seine Mutter und die wenigen Schwestern, die zu der kleinen Gruppe gehören! Für ihn wurde schon viel gebetet. Seit seinem Militärdienst im letzten Jahr hatte er die Mahnung, sich zu bekehren, und so dankte er Gott, dass Er ihm diesmal die Kraft dazu geschenkt hatte. Im Laufe des Gottesdienstes baten eine weitere Schwester sowie ein Mann namens Alexej um Vergebung. Alexej war kurz zuvor zum fünften Mal aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er insgesamt 17 Jahre verbracht hatte. Lasst uns für ihn, für Daniil und die Schwester beten, damit sie im Glauben wachsen und stark werden.


Nach dem Gottesdienst in Osero Kusnezowo durfte ein Mann den Frieden mit Gott schließen. Nach der anstrengenden Autofahrt über sandige Waldwege nach Michajlowskoje, durften wir Zeugen sein wie ein Bruder wieder zu Gott zurückgefunden hat.
In Ananjewka fiel uns der zwölfjährige Stepan mit seiner großen Bibel auf. Die Gruppe der Gläubigen dort ist sehr klein und unter den wenigen Kindern ist er der einzige Junge. Im Gottesdienst sagte Stepan einen Psalm auf. Eine Schwester verriet uns nachher, dass er das jeden Gottesdienst macht. Er besucht die Gottesdienste mit seiner Oma, obwohl seine Eltern dagegen sind. Lasst uns für ihn und für diese kleine Gruppe beten.
In Woltschicha durften wir ein Altenheim besuchen, wo die Herzen der Menschen besonders offen waren. Es wurden gerade Malerarbeiten im Nebenraum durchgeführt, und auch die Arbeiter hörten den Liedern und der Botschaft zu.


Insgesamt führten wir 24 Versammlungen durch und sind Gott dankbar, dass Er uns auf der 3.700 Kilometer langen Strecke vor größeren Pannen bewahrt und reich gesegnet hat.


Lasst uns für den erlebten Segen danken und dafür beten, dass das Wort Gottes in den Herzen der Hörer Frucht bringt.
Andreas Penner, Anita und Katharina Friesen

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