Frohe Botschaft für die Romakinder


Kinderarbeit unter den Roma in Transkarpatien
Es ist ein wunderbares Bild, das lange in Erinnerung bleibt: wilde, schwarzhaarige Romakinder mit schmutzigen Gesichtern, zerzausten Haaren, meist notdürftig gekleidet, sitzen ruhig in Reihen und lauschen mit offenem Mund gespannt der Botschaft zu … Ihre schwarzen, glänzenden Augen sind so ausdrucksvoll und spiegeln alles, was in ihrem Herzen vorgeht. Sie leuchten vor Freude und Neugier auf, wenn eine Überraschung angekündigt wird … Sie gucken listig, wenn sie etwas heimlich angestellt haben und es verbergen wollen … Man kann von einigen Kinderaugen Verzweiflung, Kummer oder Zorn ablesen … Die Romakinder, die meist von anderen verstoßen und gehasst werden, sehnen sich besonders nach Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung. Deshalb nehmen sie mit Freude die Botschaft an, dass es einen gibt, der das Romavolk liebt und auch für sie gestorben ist.


Der Herr schenkte uns die Gelegenheit im Frühling zwei Einsätze in der Ukraine durchzuführen, um den Romakindern von der Liebe Gottes zu erzählen und ihnen Liebe und Herzenswärme zu erweisen.
Das Ziel der ersten Reise, die vom 11. bis zum 19. April dauerte, war, jeweils zwei Bibel- und Basteltage in den christlichen Schulen in Podwinogradowo und Korolewo durchzuführen. Unsere Gruppe bestand aus sieben Geschwistern aus Harsewinkel, einem Bruder aus Emden und Schwester Galina Gura (die Autorin des Buches “Großvaters Buch”) aus den USA. Schon einige Monate zuvor wurden in Deutschland Bastelsachen für etwa 700 Kinder vorbereitet und verpackt.


Die Bastelaktivitäten fanden in den Klassen der Schule statt. Der Unterricht begann immer mit einem Gebet, einer biblischen Geschichte und Gesang. Für die Kinder war es ein besonderes Ereignis, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen und nach Hause mitnehmen zu dürfen. Schwester Galina Gura erzählte während der Bastelstunden in jeder Klasse eine lehrreiche christliche Geschichte, der die Kinder mit großem Interesse zuhörten. Oft sangen die Romakinder während sie bastelten mit ihren kräftigen, lauten Stimmen christliche Lieder. Der Unterricht wurde immer mit einer regen Gebetsgemeinschaft abgeschlossen, in der viele Kinderstimmen laut Gott für diese schönen segensreichen Tage dankten.


Nach unserer Reise erreichten uns mehrere Dankesbriefe von den Schülern. Hier ein Ausschnitt aus dem Brief des 13-jährigen Veniamin Bogar: “Danke, danke für euren Besuch, für die Geschenke, die Aufmerksamkeit und die neue Schule. Als die Menschen in der Stadt es erfuhren, dass man für die Zigeuner eine Schule gebaut hat, waren viele von ihnen verwundert und empört: “Wie? Für wen? Für diese?” Wir sind hier unbeliebt … Und plötzlich erfahren wir Liebe, von wo es keiner erwartet hat: aus dem entfernten und unbekannten Deutschland, von dem wir nur etwas von unseren Freunden, die uns besuchten, kannten. Wenn ich groß werde, will ich auch so nett wie die deutschen Brüder werden. Bitte betet auch weiter für mein Volk …”


Zum zweiten Einsatz, der vom 23. Mai bis zum 1. Juni stattfand, fuhr eine Gruppe mit 16 Geschwistern aus Harsewinkel. Das Ziel dieser Reise war, in verschiedenen Tabors mit den Romakindern jeweils einen Kindertag durchzuführen. Insgesamt wurden in diesen Tagen über 4.000 Kilometer zurückgelegt, zehn Tabors (Beregowo, Januschi, Malaja Beganj, Ushgorod, Poroschkowo, Ordanowo, Seredne, Korolewo, Podwinogradowo und Werchni Remeti) besucht und den ca. 1.500 Kindern von der Liebe Gottes erzählt.


Jeder Tag brachte neue Überraschungen, Gebetserhörungen und Segnungen mit sich. Wir durften die Gebete der Geschwister in Deutschland verspüren und erfahren, wie Gott seine schützende Hand über uns hielt. Trotz unerfreulichen Wetterprognosen, hatten wir immer das passende Wetter für die Durchführung unseres Programms. Auch als anstatt der erwartenden 50 Kinder etwa 260 kamen, half der Herr uns aus der Enge: die eingekauften Snacks und die Geschenke reichten für alle, spontan bekamen wir Ideen, wie wir das geplante Programm wegen der großen Anzahl der Besucher umgestalten konnten, damit alle zufrieden waren. Und letztendlich wurden auch wir dadurch sehr reich gesegnet! Als wir in einem anderen Tabor in der Gefahr waren, die Kontrolle über etwa 200 aufgeregte Kinder zu verlieren, überfiel uns plötzlich ein heftiger Regen, der alle Romas nach Hause trieb und wir problemlos den Tabor verlassen konnten.


Am letzten Tag durften wir den Tabor Werchnij Remeti besuchen. In dieser Siedlung gibt es noch keine Gemeinde, auch Kinderstunden werden hier nicht durchgeführt. Auf unsere Einladung hin kamen etwa 70 Kinder und Erwachsene zu einer Wiese, um das Wort Gottes zu hören und mit uns Gemeinschaft zu haben. “Es hat uns noch keiner besucht, ihr seid die ersten, die uns von Gott erzählt haben!”, sagten einige Kinder. “Bitte kommt zu uns jeden Freitag! Wir werden auf euch warten!” Mit Tränen in den Augen und herzlichen Umarmungen nahmen die Kinder von uns Abschied. Wird es noch ein Wiedersehen geben?


Über 1.500 Romakinder hörten in diesen Tagen, wie ein schwarzes, sündbeladenes Herz weiß werden kann und lernten den Bibelvers aus Matthäus 5,8: „Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen” auswendig. Wie viele von ihnen haben die Botschaft verstanden? In wie vielen Herzen wird der gestreute Samen Frucht tragen? Konnten wir genug Liebe und Zuneigung während der Bastelaktivitäten und den Spielen im Freien diesen verwahrlosten, von vielen gehassten Kindern erweisen und in der Tat beweisen, dass Gott die Herzen verwandeln kann? Nur der Höchste kann uns in der Ewigkeit die Antwort auf diese Fragen geben.
Unser größter Wunsch ist, dass diese Romakinder persönlich erleben, wie der Herr die Sünden vergibt und ihre schwarzen Herzen in weiße verwandelt und dass ihre ausdrucksvollen Augen den Frieden und die Freude ausstrahlen, die nur der Herr schenken kann. Lasst uns dafür beten!
Nelly Hildebrant, Harsewinkel

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