Geschichtsseminar Karaganda

Geschichtsseminar in Karaganda vom 24. – 26. Januar 2019
Ich bin Gott herzlich dankbar, dass ich in den letzten 24 Jahren an den Seminaren für die Geschichte und Entwicklung der christlichen Strömungen in Kasachstan und den angrenzenden Ländern teilnehmen kann. Als mich dieses Thema noch nicht interessierte, wurde ich erstmals 1997 zu so einem Seminar eingeladen. Das Seminar verlief parallel zum 40-jährigen Jubiläum der MBG-Karaganda. Ich war erstaunt, mit welchem Ernst und welcher Gründlichkeit die einzelnen Vorträge gehalten wurden. So sah ich auch, dass es hierbei nicht um unwichtige Fragen ging, sondern um aktuelle Nöte des geistlichen Lebens und der Gemeinden im Lichte der Geschichte. Seitdem versuchte ich nach Möglichkeit, die Treffen nicht auszulassen. Im Laufe der Jahre habe ich viele Lektionen für mein geistliches Leben und meine Beziehung zu Jesus Christus erhalten. Gemeinsam mit anderen Brüdern unserer Gemeinde begann ich Material über die Geschichte unserer Ortsgemeinde zu sammeln.
Das Seminar in diesem Jahr wurde unter das Motto „In der Welt, doch nicht von der Welt“ gestellt und erfreute etwa 70 Teilnehmer. Die wachsende Teilnehmerzahl bestand diesmal auch aus jungen Brüdern und Schwestern. Sie sind diejenigen, die die Geschichte erforschen und fortschreiben werden. Manche waren zum ersten Mal dabei, wie einige Männer aus Usbekistan. Dies zeugt davon, dass die Arbeit ausgeweitet wird und eine effektivere Zusammenarbeit ermöglicht.
Wie gewohnt, herrschten hier geistliche Atmosphäre, Aufmerksamkeit und Nachdenken nebeneinander. Es ist bei einer oberflächlichen Betrachtung unmöglich, alles richtig zu analysieren, Schlussfolgerungen zu ziehen und in unseren Kontext zu bringen. Man erlebte, dass die Teilnehmer in ihren gemeinsamen Überlegungen den Herrn verherrlichen wollten. Die Freude über jede neue geistliche Entdeckung war groß. Dies führte dazu, dass man sich der Abhängigkeit von Gott, dem Lenker der Geschichte, bewusst wurde. So war die Liebe von Jesus Christus die Kraft für Erfahrene und Unerfahrene, einander zum Segen zu werden und verschiedene Denominationen in der Wahrheit zu vereinen.
Die Vorträge und Zeugnisse öffneten Fragen der Geschichte beim Druck von christlicher Literatur, einem unermesslichen Dienst. Es wurde gezeigt, wie das Evangelium im Leben von Christen Auswirkungen hat und demgegenüber Menschen ohne Bibel leben. Durch Lebensläufe lernten wir von Vorbildern des Glaubens aus verschiedenen Gemeinden, wie man richtig glauben und dienen und somit die Geschichte der eigenen Gemeinde schreiben kann. Besonders beeindruckt wurde ich durch den Vortrag von Stefan Bondarenko, der an der Geschichte der MBG – Hamm (Sieg) gearbeitet hatte. Es war für mich das „Besteck für das Mittagessen“. Wir schreiben nämlich zurzeit die Geschichte unsere Gemeinde in Abaj. So erhielt ich gleichzeitig einige Hinweise, Ermutigungen und wertvolle praktische Lektionen.
Abschließend einige Gedanken über die Zeit: Das Empfinden über die Zeit ist auch ein Indikator dessen, wie Gott uns segnet. So schauten wir in unserer Gemeinschaft auf die Uhr nicht mit Ungeduld, sondern mit Bedauern. Sie lief, wie es uns schien, viel zu schnell. Die Organisatoren rangen um Minuten und achteten peinlichst auf Einhaltung der Zeiten. Leider konnten wir dennoch nicht alle Themen behandeln. Drei Tage sind einfach zu wenig gewesen, um alle geplanten Themen zu realisieren. Schade! Doch schön ist es, dass wir uns nun mit der Geschichte befassen können, mit einer Vorfreude auf das nächste Geschichtsseminar!
Andrej Gluschko, Abaj

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