Mit der Kinderbibel im Gepäck


Evangelistischer Einsatz in Bulgarien und Nordmazedonien im Mai 2025
Der Herr hat es möglich gemacht: Gemeinsam mit meiner Frau und weiteren Mitarbeitern durften wir in den vergangenen Tagen evangelistische Einsätze in Bulgarien und Nordmazedonien durchführen. Besonders im Zentrum standen muslimisch geprägte Volksgruppen wie die Pomaken, die Roma und türkischsprachige Familien. Ein zentrales Werkzeug dabei: die farbig illustrierte Kinderbibel „Entdecke die Bibel“ – herausgegeben vom Samenkorn-Verlag mit Unterstützung des Hilfskomitee Aquila.
„Sende uns Suchende, Herr“
Mit dieser Bitte reisten wir los: „Herr, sende uns suchende Samariterinnen, äthiopische Eunuchen mit vielen Fragen, Hauptleute, die mit großem Glauben in ihr Haus rufen, die Stoffhändlerin Lydia, die bereit ist, uns in ihr Haus aufzunehmen, und andere, die du selbst vorgesehen hast.“
In den Straßen der Stadt Pleven begegnete uns einer dieser Menschen – ein Mann, der meine Frau für eine Türkin hielt und uns einlud, gemeinsam mit ihm die Moschee zu betreten. Eine Einladung Gottes? Wir empfanden es so. Dort konnten wir Gespräche mit mehreren jungen Muslimen führen. Schließlich entstand ein langes Gespräch mit dem Imam – einem gebildeten türkischen Staatsbürger, der zwar kein Bulgarisch sprach, aber die islamische Gemeinde aktiv leitet. Über Google-Translate verständigten wir uns, tauschten Kontaktdaten aus – und hoffen auf weitere Begegnungen.
Begegnungen in den Bergen
In drei Teams zogen wir durch die südlichen Bergregionen Bulgariens – dicht besiedelt mit türkischsprachigen Familien und Roma. Hier leben viele Muslime. Unser Ziel: Jeder kinderreichen Familie eine „Entdecke die Bibel“ zu schenken. Das Buch wurde mit Interesse angenommen, viele Gespräche entwickelten sich, einige endeten in gemeinsamem Gebet.
Besonders eindrücklich war der Besuch in einem Dorf auf 1.200 m Höhe. Dort trafen wir zwei Hirten. Einer – selbst Muslim – hütete die Schafe von Christen. Als wir ihm das Buch vorstellen wollten, sagte er: „Geht zu den Menschen, denen diese Schafe gehören, ich nehme Bücher nicht mit.“ Doch nachdem wir ihm vom Propheten Isa (Jesus) erzählten, bat er um ein Exemplar der Kinderbibel. Heimlich steckte er es in seine Tasche, versteckte es im Sattel seines Pferdes – und ritt seinen Schafen hinterher. Ein bewegender Moment.
Zwischen Drohungen und offenen Türen
Am 1. Mai, der in Bulgarien auch ein Feiertag ist, konnten wir drei Städte und fünf Dörfer durchqueren. Der Herr schenkte uns etwa 40 Begegnungen, in deren Rahmen wir 34 Kinderbibeln weitergeben konnten.
In einem Dorf sprachen wir mit der Bürgermeisterin. Sie versprach, ihre Leute zu versammeln, wenn wir mit einem kleinen Orchester kommen und von Christus erzählen wollten. „Ich werde euch Bescheid sagen“, sagte sie. Eine Tür hatte sich geöffnet.
Aber nicht überall waren wir willkommen. Einige unserer Verkünder wurden bedroht – doch der Herr hat uns bewahrt und durchgetragen. In den muslimisch geprägten Pomaken-Dörfern stießen wir auf Ablehnung, aber auch dort schenkte Gott Gesprächsmöglichkeiten. In einer Moschee nahm der Imam die Kinderbibel entgegen und sagte: „Ich werde sie lesen, ich werde sie lesen und ins Regal stellen.“


Neue Felder: Nordmazedonien
Während unserer Reise erfuhren wir, dass Nordmazedonien – nur 230 km von Sofia entfernt – ein ähnlich geprägtes Land ist, in dem fast alle Menschen Bulgarisch verstehen. Wir fuhren los – trotz schwieriger politischer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die Grenzübergänge waren kompliziert, aber Gott schenkte Gelingen. All unsere Sachen blieben unversehrt.
In Skopje, der Hauptstadt, spürten wir den Schmerz eines Landes, in dem das Evangelium kaum noch präsent ist. Der Ruf der Mazedonier aus Apostelgeschichte 16,9 – „Komm herüber und hilf uns!“ – klingt bis heute. Auch wir haben diesen Ruf gehört, der durch die Gebetsrufe der Muezzin fünfmal am Tag noch verstärkt wird. Die Ausbreitung des Islam schreitet voran. Umso mehr gilt:
„Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende!“ (Matthäus 9,38)
Dank und Ausblick
Wir danken dem Herrn für seinen Schutz, seine Führung und seine offenen Türen. Ebenso danken wir allen, die diese Einsätze im Gebet getragen haben – und natürlich dem Hilfskomitee Aquila, das durch seine Unterstützung der Kinderbibel „Entdecke die Bibel“ unzählige Kinderherzen auf dem Balkan erreicht.
Bitte betet weiter für Bulgarien und Nordmazedonien – für eine geistliche Erweckung in dieser Region!
P. K.