Schule

Aus dem Tagebuch einer Lehrerin

Von Viktoria Duwalko aus Korolevo

Ehre sei unserem Himmlischen Vater für seine große Fürsorge und Gnade, die Er an uns erweist!

Darum lassen wir uns nicht entmutigen, weil wir diesen Dienst haben gemäß der Barmherzigkeit, die wir empfangen haben.

2. Kor.  4,1

Das dritte Jahr meines Aufenthaltes in der Schule und im Tabor neigt sich dem Ende. Diese Zeit verflog für mich schnell und unbemerkt. Wenn ich über diese drei Jahre nachdenke, staune ich über die Gnade, die der Herr mir erwiesen hat.

Die Kinder nehmen im Lernen zu, die Ergebnisse sind erfreulich. Auch die Eltern zeigen Interesse am Lernprozess, erkundigen sich über das Verhalten der Kinder und machen sich Sorgen über den regelmäßigen Schulbesuch.

Meine Drittklässler machen sich Sorgen über die bevorstehenden Prüfungen. Sie wissen, dass das Ergebnis entscheidend für das Versetzen in die vierte Klasse ist. Und das freut mich. Schon jetzt machen sie sich Gedanken, was sie den ganzen Sommer ohne Schule machen werden. Manchmal, wenn ich am Montag zum Unterricht komme, bekomme ich von den Kindern eine Menge kleiner Briefe, die sie am Wochenende geschrieben haben. Einer von ihnen hat mich sehr gerührt. Ein Junge schrieb mir: “Vika, danke, dass du gekommen bist!“ Solche warmen Worte ermutigen mich noch mehr, unter diesem Volk zu dienen. Ich kann mir mein Leben ohne diese Kinder gar nicht mehr vorstellen. Sie brauchen unsere Aufmerksamkeit, für diese Kinder sind wir Lehrer, Mütter, Freundinnen… Sie öffnen uns ihr Herz, teilen mit uns ihre Freude und ihre Traurigkeit.

Für die Kinder der ältesten Gruppe bin ich dem Herrn sehr dankbar. Einige haben sich in diesem Jahr bekehrt und wollen sich taufen lassen. Das ist für mich eine große Freude! Ich bete, dass sie alle in die Gemeinde kommen und Gott von Herzen dienen.

Während des Unterrichts

lesen wir zusammen die Bibel, jedes Kind erzählt, was es aus diesem Abschnitt gelernt hat. Manchmal haben sie interessante tiefe Gedanken. Wir singen zusammen, lernen Gedichte, üben Anspiele ein, beteiligen uns am Gottesdienst. Vor dem Gottesdienst sind die Kinder dann meistens sehr aufgeregt. Jemand sagte: „Wir sind erwachsen, aber am Gottesdienst haben wir uns noch nie beteiligt und fürchten uns vor dem Lautsprecher.“ Dem Herrn sei Dank, dass die Kinder den Wunsch haben, den Herrn zu loben.

Die Mädchen bringen mir nicht weniger Freude. Sie sind sehr zart und haben ein gutes Herz. Jede versucht, mich zu umarmen, ein Geheimnis mitzuteilen oder einfach ein paar gute Worte zu sagen, die für mich manchmal ein großer Trost sind. Einmal kam eine Schülerin nach dem Unterricht zu mir zu Besuch und sagte: „Ich bin gekommen, um Gemeinschaft mit dir zu haben.“ Sie wollte, dass ich ihr mehr Zeit widme. Ich liebe diese Kinder und bin Gott dankbar, dass Er mich diesen Weg führt und mich in Seinem Werk gebraucht.

Wie dankbar bin ich für die Opferbereitschaft und Gebete meiner Geschwister aus Deutschland. Meine Schüler erinnern sich voller Begeisterung an die Kindertage, die von einer Gruppe aus Deutschland vor Ostern durchgeführt wurden. Gott segne sie!

Besonders freue ich mich über die Bibliothek, die auch aus Deutschland zusammengestellt wurde! Die Bücher werden von mir und den Schülern regelmäßig gebraucht. Mit großem Interesse schauen die Kinder sich die Lehrbücher an, besonders die mit den Tieren.

Ich bete, dass der Herr uns mit seinem Segen und Weisheit erfüllt. Ich möchte den Unterricht nach seinem Willen gestalten und richtige Entscheidungen treffen.

Menü